Beat Drittenbass
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Auf dem Industrieweg Rheintal entsteht auf der Meldegg das architektonische Leuchtturmprojekt «Der Pionier», eine Aussichtsplattform von Carlos Martinez Architekten. Mit Blick über das Rheintal und insbesondere auf das Industrieareal der SFS Group wird sie zu einem neuen Aussichtspunkt, von dem aus die regionale Industriekultur erlebbar wird.
Au / Walzenhausen Die SFS Group sowie ihre Familienaktionäre, die Familien Huber und Stadler/Tschan, stiften der Rheintaler Bevölkerung die Plattform anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der SFS im Jahr 2028 – als Zeichen der Wertschätzung und der tiefen Verbundenheit mit der Region.
Bereits im Konzept des Industriewegs Rheintal, dem Wanderweg, der im Frühling 2025 eröffnet wurde, war neben den 23 Informationstafeln ein nachhaltiges, identitätsstiftendes Leuchtturmprojekt vorgesehen. «Die Aussichtsplattform 'Pionier' im Meldeggwald soll weit über das Rheintal hinausstrahlen und den Industrieweg noch sichtbarer machen», erklärt Reinhard Frei, Mitinitiator und Präsident des Vereins Industrieweg Rheintal.
Entworfen wurde die Plattform von Carlos Martinez Architekten. Die rund 15 Meter lange Stahl-Glas-Konstruktion basiert auf einem abgerundeten, dreieckigen Grundriss: Beim Eingang breit und mit Sitzgelegenheiten gestaltet, verjüngt sie sich nach vorne. Seitliche Verglasungen sowie eine partielle Bodenverglasung eröffnen einen spektakulären Tiefblick. «Die thematische Idee des 'Pionier' greift das Wesen innovativer Unternehmen auf: Nur wer etwas wagt, gelangt an die Spitze. Die nach vorne sich verjüngende Form verkörpert den Pioniergeist, den Industrieunternehmen brauchen, um neue Technologien und Produktionsmethoden zu entwickeln», erläutert Carlos Martinez. Die markanten Stahllamellen neigen sich um bis zu 28 Grad – eine Anspielung auf das Gründungsjahr 1928 der SFS Group. «Der Pionier» wird auch mit vielen SFS-Komponenten gebaut, die die technische Präzision und den hohen Qualitätsanspruch des Unternehmens widerspiegeln.
Von der Meldegg aus bietet sich ein eindrücklicher Blick über das Rheintal und das SFS-Areal. Die Plattform greift die Geschichte des Unternehmens auf: Benjamin Stadler gründete die SFS Group am 1. Mai 1928, und Hans Huber, erster SFS Lernender und später Gründer der ersten Filiale in Heerbrugg (1949), wanderte regelmässig zur Meldegg. «Als ich dort oben stand und auf das Industrieareal blickte, entstand die Vision einer Plattform», erinnert sich Reinhard Frei. Gemeinsam mit Carlos Martinez und Mitinitiator Stefan Frei haben sie das Projekt den Familien Stadler und Huber vorgestellt.
Im Hinblick auf das 100-Jahr-Jubiläum 2028 sicherten die Familien Huber und Stadler/Tschan sowie die SFS Group ihre Unterstützung zu. «Mit der Aussichtsplattform ‹Pionier› möchten wir der Rheintaler Bevölkerung etwas zurückgeben – als Dank für die jahrzehntelange Verbundenheit und Unterstützung», betonen die Familienaktionäre. Jens Breu, CEO der SFS Group, unterstreicht: «Die Finanzierung dieses Leuchtturmprojekts ist ein starkes Zeichen unserer regionalen Verwurzelung. Der ‹Pionier› wird ein eigenständiger Bestandteil unseres 100-Jahr-Jubiläums 2028.» Die Kosten der Aussichtsplattform belaufen sich auf rund eine Million Franken. Dieser Betrag wird ungefähr zu gleichen Teilen von den Familien Huber und Stadler/Tschan, sowie der SFS getragen.
Die Plattform steht auf Boden der Gemeinde Walzenhausen (AR) und ragt in den Luftraum der Gemeinde Au (SG). Damit sind im Bewilligungsverfahren beide Kantone involviert. Michael Litscher, Gemeindepräsident von Walzenhausen, sieht im Projekt eine grosse Chance: «Als östlichster Punkt des Kantons Appenzell Ausserrhoden stehen wir oft abseits der grossen Tourismus-Ströme. Mit dem 'Pionier' erhalten wir die Möglichkeit, selbst Pionier zu sein und stärker wahrgenommen zu werden.» Die Gemeinde Walzenhausen beabsichtigt, die erforderliche, derzeit in Privatbesitz befindliche Grundstücksfläche zu erwerben und anschliessend zur Verfügung zu stellen. Auch die Gemeinde Au unterstützt das Projekt.
Vertreter der zuständigen Ämter aus den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden haben das Vorhaben gemeinsam geprüft. Dabei wurden Nutzungs- und Schutzkriterien geklärt. Auch eine Begehung und ein «Runder Tisch», wo alle wichtigen Punkte persönlich besprochen wurden, fand bereits statt. Nach aktuellem Stand stehen dem Projekt aus raumplanungsrechtlicher Sicht keine wesentlichen Hindernisse entgegen. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Eröffnung im Jubiläumsjahr 2028.
pd/red
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