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Auf der Linie 300 kommt es oft zu Verspätungen. Chris Mansfield
Immer wieder Verspätungen, verpasste Anschlüsse und unzufriedene Pendler: Die Linie 300 zwischen Buchs und Altstätten gilt als Schwachstelle im Rheintaler ÖV. Nun kündigt der Kanton St.Gallen Massnahmen an.
Altstätten/Buchs Das Rheintal profitierte beim letztmaligen Fahrplanwechsel im Dezember 2024 von einem stark verbesserten ÖV. Nebst dem neuen Halbstundentakt im Zug zwischen Chur und St.Gallen profitierten Pendlerinnen und Pendler in der Region auch vom Ausbau zahlreicher Buslinien. Trotzdem läuft im öffentlichen Verkehr im Rheintal noch nicht alles rund. Dies zeigt bereits ein Blick in den Bericht öffentlicher Verkehr 2025 des Kantons St.Gallen.
Auf der Linie 300 zwischen Buchs und Altstätten hapert es. Immer wieder sind Busse auf dieser Strecke mit Verspätung unterwegs. Das führt dazu, dass manche Pendlerinnen und Pendler ihre Anschlüsse an den Bahnhöfen verpassen. Im Bestreben, in der Region den bislang nur unterdurchschnittlich genutzten ÖV zu stärken, sind solche Schwächen im ÖV-Netz kontraproduktiv.
Das wissen auch die Verantwortlichen des Kantons. Deshalb wollen sie die Probleme auf der Linie 300 analysieren und prüfen mögliche Lösungen.
Auf Nachfrage erklärt Patrick Ruggli, Leiter des Amts für öffentlichen Verkehr (AöV), welche Faktoren hinter den Verzögerungen stecken: «Zum einen kommt es in den Knoten Altstätten und Buchs immer wieder zu verspäteten Abfahrten der Linie 300, weil Züge mit Verspätung eintreffen. Hinzu kommen teils hohe Fahrgastwechsel an einzelnen Haltestellen.» Auch die Infrastruktur spiele eine Rolle: Mehrere Bahnübergänge auf der Strecke seien durch den ausgebauten Halbstundentakt im Fernverkehr häufiger geschlossen. «Zusätzlich führt auch landwirtschaftlicher Verkehr regelmässig zu Verzögerungen auf der Buslinie. Überholmanöver sind für Busse insbesondere in der Hauptverkehrszeit schwierig», so Ruggli. Der Kanton bleibt jedoch nicht untätig.
Für den Fahrplanwechsel im Dezember 2026 arbeitet das AöV an einem angepassten Buskonzept für die Linie 300 während der Hauptverkehrszeit. «Wir prüfen zurzeit verschiedene Varianten. Die Bestlösung muss aber noch mit dem Transportunternehmen und den Gemeinden abgesprochen werden», betont Ruggli. Konkrete Angaben zu Änderungen am Angebot könne man deshalb noch nicht machen. Fest steht allerdings: «Eine Grunderschliessung zwischen Altstätten und Buchs wird auf jeden Fall sichergestellt.» Spätestens im Fahrplanentwurf 2027 sollen die neuen Massnahmen kommuniziert werden.
Heisst das, dass Pendlerinnen und Pendler weiter mit Verspätungen rechnen müssen, bis die grössere Angebotsanpassung greift. Mitnichten. Denn bereits für das kommende Fahrplanjahr kündigt der Kanton eine erste Entlastung an: «In der Abend-Hauptverkehrszeit wird zwischen Sennwald Post und Buchs Bahnhof, ein Vorläufer eingesetzt», erklärt Ruggli. Dieser zusätzliche Kurs soll von 15.49 Uhr bis 17.49 Uhr im Stundentakt verkehren und den südlichen Abschnitt der Linie stabilisieren. Ziel ist es, pünktliche Abfahrten ab Sennwald zu ermöglichen und so die Anschlüsse im Knoten Buchs sicherzustellen.
Die grossen Verbesserungen dürften frühestens mit dem Fahrplan 2027/28 spürbar werden. Bis dahin bleibt die Linie 300 weiterhin eine Schwachstelle im Rheintaler ÖV-Netz. Mit der bereits angekündigten Sofortmassnahme zeigt der Kanton jedoch, dass er das Problem erkannt hat und versucht, die Zuverlässigkeit Schritt für Schritt zu verbessern.
gia
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