Erster Weltrekord von Neuhold
Eine sporthistorische Sensation ist perfekt: Der Rheintaler Manuel Neuhold hat die USA auf Inlineskates in nur 28 Tagen, 17 Stunden, 34 Minuten und 56 Sekunden durchquert.
Manuel Neuhold war bei seiner USA-Durchquerung 17 Tage schneller als die bisherige Bestmarke und schreibt Geschichte. Bild: pd
Eine sporthistorische Sensation ist perfekt: Der Rheintaler Manuel Neuhold hat die USA auf Inlineskates in nur 28 Tagen, 17 Stunden, 34 Minuten und 56 Sekunden durchquert.
Region Von San Diego bis Jacksonville legte Manuel Neuhold rund 4200 Kilometer und 31 000 Höhenmeter zurück. Auf seiner Durchquerung von Amerika verbrannte er insgesamt 190 500 Kalorien. Dies entspricht einem Nährwert von etwa 120 Kilogramm gekochten Teigwaren. Zum Vergleich: In der Schweiz isst eine erwachsene Person im Durchschnitt pro Jahr rund 25 Kilogramm Nudeln. Ohne einen einzigen Ruhetag absolvierte Manuel Neuhold im Schnitt rund 145 Kilometer pro Tag. Insgesamt war er 184 Stunden auf seinen Rollen aktiv unterwegs. «Ich fühle mich sehr gut. Ich bin ziemlich erschöpft und muss alles noch etwas verarbeiten, aber ich bin extrem glücklich über meine Leistung», sagt Manuel Neuhold nach der Zielankunft. Sein erster Gedanke im Ziel in Florida sei überraschend simpel gewesen: «Jetzt ist es einfach fertig. Was jetzt, wie geht es weiter?»
Die Fahrt quer durch Amerika verlangte dem Athleten täglich alles ab. Gegenwind, miserable Strassenbeläge, fehlende Pannenstreifen, unvermittelt endende Strassen und zahlreiche Hundeangriffe machten das Projekt zu einer Grenzerfahrung. Besonders hart war der Abschnitt durch Texas. «Texas dauerte rund sechseinhalb Tage und war wie ein Fiebertraum. Knapp 1000 Kilometer auf extrem schlechtem Belag, Chaos auf den Strassen, ständig Polizeikontrollen und dazu unzählige Hundeattacken», blickt der Extremsportler aus Rüthi auf seine Rekordfahrt zurück. Hinzu kam ein schwerer Sturz früh im Rennen: «Mein Projekt wäre fast schon an Tag zwei gescheitert.»
Die Durchschnittsgeschwindigkeit variierte je nach Wind, Untergrund und Topografie massiv. Teilweise war Manuel Neuhold mit nur 8 km/h unterwegs, bergab jedoch mit über 80 km/h. «Ohne Bremse, weniger stabil, ein kleiner Stein oder eine Unebenheit und du liegst am Boden. Ich musste extrem fokussiert sein», erzählt der 29-Jährige. Neben allen Strapazen bleiben unvergessliche Eindrücke. Manuel Neuhold erlebte Wüsten, Berge, eisige Tage, grüne Ebenen und unzählige Begegnungen mit offenen und hilfsbereiten Menschen. «Jeder Bundesstaat war auf seine Weise eine Bereicherung. Von Hitze bis Kälte, von trocken und karg bis sattgrün war alles dabei», berichtet der Extremsportler. Auch skurrile Szenen bleiben in Erinnerung: «Viele Menschen schauten mich an, als wäre ich ein Alien. Am lustigsten waren aber die Tiere. Kühe, Schafe und Pferde haben offenbar noch nie einen Inline Skater gesehen.» Hinter dem Triumph stand ein aussergewöhnliches Team. Vater Thomas Neuhold begleitete die gesamte Strecke mit dem Fahrrad. Freundin Carola Koller koordinierte im Hintergrund das gesamte Projekt, steuerte das Wohnmobil und hielt dem Athleten den Rücken frei. «Meine Leistung wäre ohne mein Team nicht möglich gewesen. Wir waren ein unglaubliches Trio», freut sich Manuel Neuhold.
Für Manuel Neuhold war die Amerika-Durchquerung nicht nur Rekordjagd, sondern auch Vorbereitung auf das nächste Grossprojekt. Bereits am 27. Juni startet er im Rheintal die nächste Challenge: «Das nächste Projekt dauert länger, aber mit weniger Zeitdruck. Ich fühle mich bereit.» Beim zweiten Weltrekordversuch will der Rheintaler auf Inlineskates mindestens 12 500 Kilometer zurücklegen. Dies wäre die längste jemals zurückgelegte Strecke auf Inlineskates. Die Route führt ihn von Europa über Nordamerika, Asien, Australien, Afrika und Südamerika bis in die Antarktis. «Damit verbunden ist eine Pionier-leistung. Ich werde der erste Mensch auf Inlineskates in der Antarktis sein», lacht Manuel Neuhold. Seine Motivation für den zweiten Weltrekord bleibt unverändert gross: «Vor einem Jahr konnte ich nach einer langen Krankheit aufgrund eines Zeckenstichs erst wieder voll arbeiten. Ein Jahr später breche ich einen Rekord. Das zeigt mir, wie viel mehr möglich ist, als wir glauben. Grenzen existieren oft nur im Kopf.»
Von Ralph Dietsche
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