Beat Drittenbass
lanciert in der Ostschweiz Veranstaltungen für die ältere Generation
Im Sommer sollen an der F.-Marolanistrasse die Bagger auffahren. Wenn alles nach Plan läuft, können dann die Bauarbeiten für das neue Gesundheitszentrum der Gesundheitszentrum Rheintal AG starten.
Altstätten Nach der Verkündung der vorgezogenen Transformation des Spitals Altstätten, die im Oktober 2025 verkündet wurde, ist klar: Das Gesundheitszentrum wird noch nicht stehen, bis das stationäre Angebot des Spitals aufgehoben wird, wie es anfangs geplant war. Jedoch stehen der Gesundheitszentrum Rheintal AG nur noch wenige Schritte bevor, bis der Baustart erfolgen kann «Das erneuerte Baugesuch ist momentan noch in kantonalen Abklärungen, die sollten aber in den nächsten Tagen abgeschlossen sein», erklärt Dr. Clemens Jäger. Er ist einer der vier Ärzte, die in der Gesundheitszentrum Rheintal AG mitwirken. Dazu gehören zudem Dr. Rüdiger Eisel, Dr. Hans Entzian und Dr. Haralampos Petridis. Allesamt betreiben momentan in Altstätten verteilt ihre eigenen Praxen. Dies soll sich aber bald ändern: Das neue Baugesuch des 20 Millionen teuren Baus lag vom 24. Februar bis 9. März erneut auf. Grund für die Änderung war eine kleinere Dimensionierung des Zentrums, da sich HOCH Health Ostschweiz gegen eine eigene Radiologie ausgesprochen hatte, die zuvor bereits miteingeplant war. Auf die Radiologie muss aber trotzdem nicht verzichtet werden. Die Radiologie Nordost wird neben «hoch» und den vier Ärzten zur Mieterschaft im Gesundheitszentrum an der F.-Marolanistrasse gehören. «Mit den Mietern ist alles soweit geregelt, die Verträge sind unterschrieben. Nun können wir uns auf den Bau konzentrieren», erklärt Clemens Jäger.
Im Gesundheitszentrum werden so verschiedene ärztliche Dienstleistungen erbracht, sowie eine Dialysestation und eine gastroenterologische Praxis betrieben. Jäger sieht in der Zusammenarbeit viele Vorteile: «Wir arbeiten Tür an Tür und können gegenseitig von der jeweiligen Arbeit profitieren. So können in dringlichen Fällen auch Meinungen direkt eingeholt werden, anstatt dass der Patient wieder nachhause und neu aufgeboten werden muss.» Mittlerweile gebe es zudem wenige Ärzte, die noch als Einzelkämpfer arbeiten wollen. Mit kleineren freien Mietflächen bietet das Gesundheitszentrum zu einem günstigen Mietzins auch Platz für zwei weitere Arztpraxen. «Wir wollten auch für junge Mediziner ein attraktives Angebot schaffen», betont Jäger. Der Gedanke der Gesundheitszentrum Rheintal AG sei nämlich nicht, möglichst viel Rendite zu erzielen: «Wir sind noch immer vor allem Ärzte.» Das Prinzip sei klar: Man wolle nicht als grosse Besitzer agieren. Ärzte würden sich einmieten können und «ihr eigenes Gärtchen gestalten». Dazu gehöre auch, dass sie selbst bestimmen wie und wann sie arbeiten wollen. So gestalte sich ein lebendiges Umfeld für alle Beteiligten.
Mit der Verkündung der Schliessung des Spitals Altstätten regte sich Widerstand in Altstätten und es wurde nach Lösungen in alle Richtungen gesucht. «Die Initiative wurde damals von Michael Schöbi angestossen», erklärt Jäger und führt aus: «Er lud den Regierungsrat Bruno Damann nach Altstätten ein, mit dem man nach Lösungen gesucht hat. Ich war auch beim Stadtrat, um über die Schliessung zu sprechen, eine Umsetzung eines Gesundheitszentrums durch die Stadt wäre aber eher fraglich gewesen oder hätte sich zumindest noch viel länger hingezogen.» So entstand die Idee der vier Ärzte während einer Reise auf Griechenland, die Sache in die Hand zu nehmen. «So konnten wir bewirken, dass gewisse ärztliche Leistungen HOCH Health Ostschweiz inAltstätten bestehen bleiben können. Eine Notfallstation, wie man sie vom Spital Altstätten kannte, wird im Gesundheitszentrum nicht angeboten, jedoch werden die Ärzte in den normalen Öffnungszeiten den Notfalldienst anbieten.
Mit dem kantonalen «Go» können im Sommer bereits die ersten Bagger auf die jetzt noch als Parkplatz genutzte Fläche auffahren. Die Bauzeit wird ungefähr eineinhalb Jahre betragen. «Die Eröffnung planen wir etwa Anfang 2028», so Jäger.
Von Manuela Müller
Philipp Lutz, Leiter Medienstelle HOCH Health Ostschweiz:
Es wird definitiv kein Spital mehr sein, da der Notfall bekanntlich geschlossen und das stationäre Angebot aufgehoben wird. Aber was das ambulante Angebot betrifft, so darf man festhalten, dass keine wesentlichen Änderungen geplant sind. So wird HOCH Health Ostschweiz ab 1. Juli 2026 im bestehenden Spitalgebäude das «Ambi Altstätten» auf zwei Stockwerken betreiben und wie bisher weiterhin chirurgische, orthopädische und internistische Sprechstunden sowie Therapie- und Beratungsdienste anbieten, bis wir nahtlos als Mieter in das von vier niedergelassenen Ärzten geplante neue Gesundheitszentrum umziehen können. Im künftigen Gesundheitszentrum werden wir ein mit dem «Ambi Altstätten» vergleichbares, ambulantes Angebot weiterführen. Stand heute also chirurgische, orthopädische und internistische Sprechstunden sowie Therapie- und Beratungsdienste. Ganz grundsätzlich versuchen wir das ambulante Leistungsangebot soweit möglich entsprechend der Nachfrage und dem Bedürfnis der Bevölkerung in Absprache mit den weiteren Leistungsanbietern auszugestalten.
Welche Leistungen werden ab Juni 2026 in den Spitalräumlichkeiten angeboten?
Orthopädische Sprechstunden (Hüft, Knie, Schulter und Fussteam)
Onkologische Sprechstunden und Therapien
Chirurgische Sprechstunden der Allgemein- und Viszeralchirurgie
Handchirurgische Sprechstunden
Kardiologische Sprechstunden
Sprechstunden Palliativmedizin
Wundsprechstunden
Geriatrische Sprechstunden
Memory Clinic
Logopädie
Konventionelle Radiologie und Computertomographie
Was passiert mit den Räumlichkeiten nach der Transformation?
Zunächst werden wir wie ausgeführt, das «Ambi Altstätten» ab 1. Juli 2026 im ehemaligen Spitalgebäude betreiben. Alle anderen Räumlichkeiten werden entsprechend ihrem Nutzungsstand ab Herbst 2026 stillgelegt. Nach dem Umzug ins neue Gesundheitszentrum wird die Spitalanlagegesellschaft von HOCH Health Ostschweiz mit der Stadt Altstätten den weiteren Austausch suchen. Die Inputs der im Jahr 2023 von der Stadt initiierte Projektgruppe zur Arealentwicklung vom Spital werden hierbei Diskussionsgegenstand sein.
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