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In den letzten 100 Jahren kam es beim Lienzer Bach zu acht Ereignissen, welche teilweise schwerwiegend waren und sogar zum Tod einer betagten Frau führten. Nun soll eine Lösung für eines der gefährlichsten Gewässer im Kanton gefunden werden.
Lienz Angesichts der nachweisbaren Hochwasser- und Murganggefahr beim Lienzer Bach hat das Schutzprojekt für den Altstätter Stadtrat eine hohe Priorität und Dringlichkeit. Seit 2018 wurden deshalb verschiedene Varianten erarbeitet, um Lienz vor Hochwasser und weiteren Murgängen zu schützen. Dabei wurden 15 Konzepte und acht Untervarianten erarbeitet und geprüft. Vier davon wurden von kantonalen und eidgenössischen Fachstellen vertieft betrachtet, beurteilt und der Bevölkerung im Oktober 2024 vorgestellt. «Festzuhalten ist dabei, alle Varianten brauchen Platz», erklärt Moderator Ralph Dietsche. Variante 1 beinhaltet eine Murgangsausleitung und den Ausbau des Lienzer Bachs. Bei Variante 2 wurde ein Geschieberückhalt im Furnis und der Ausbau des Lienzer Bachs geprüft. Variante 3 sieht eine Umlegung in den Bofelbach vor und Variante 4 eine Umlegung des Bachs in den Wald. Die Rückmeldungen der Fachstellen auf die vier verschiedenen Varianten im Sommer 2025 fiel eindeutig aus: Zwei von vier gelten als nicht bewilligungsfähig (Variante 1 und 2) und eine Variante weist technische und ökologische Nachteile auf (Variante 4). Die verbliebe Variante – Variante 3 – wurde als grundsätzlich positiv eingestuft, allerdings mit einigen Auflagen, die noch bearbeitet werden müssen.
So stellte der Stadtrat am vergangenen Mittwoch den Lienzerinnen und Lienzern die Variante 3 – Umlegung in den Bofelbach – vor. Bei der Vorstellung weist auch der Projektleiter auf den Flächenverbrauch hin. Konkret spricht Remo Lüchinger in seiner Präsentation von einer Fläche von ungefähr 3,3 Hektaren. «Den alten Lienzer Bach würde es bei einer Umlegung nicht mehr brauchen. Dieser könnte aufgefüllt und circa 2,1 Hektare davon können rekultiviert und der Landwirtschaft zurückgegeben werden. Im aktuellen Stand braucht es ungefähr 1,2 Hektaren Land. Das ist eine grosse Fläche und entspricht etwa zwei Fussballfeldern», so Lüchinger. Seitens der Grundstückeigentümer wurde unter anderem der Realersatz, den sie für ihre Fläche von der Stadt bekommen würden, sowie den ökologischen Mehrwert der Variante 3 hinterfragt. Die Stimmung im Saal verriet, dass noch nicht alle Anwesenden von der vorgestellten Variante des Stadtrats überzeugt sind. Dieser sieht jedoch den dringenden Handlungsbedarf und möchte die Lienzer Bevölkerung, Sachwerte und die Infrastruktur weiterhin bestmöglich schützen. «Wir sind mit Lienz in einem roten Gebiet und nehmen die Situation ernst», so Mattle. Dass die präsentierte Lösung nicht immer für alle passen könne, sei auch ihm klar. Jedoch betonen Mattle und Othmar Fischlin vom Altstätter Stadtrat, dass sie weiterhin transparent kommunizieren möchte und alle involvierten Parteien mit einbeziehen möchte.
Bis zur Mitwirkung werden also noch einige Gespräche und Informationen nötig sein, damit es für den Lienzer Bach für alle eine optimale Lösung geben wird.
Von Manuela Müller
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