Tag der Pausenmilch trotzt der Kritik
Der Tag der Pausenmilch feiert sein 25-Jahr-Jubiläum. Wo der Tag andernorts in der Schweiz für Diskussionsstoff sorgt, ist im Rheintal nicht viel davon zu spüren.
Präsidentin der Landfrauen Oberriet Carmen Kobler mit Sohn Tim und Kuh Kandis. mm
Der Tag der Pausenmilch feiert sein 25-Jahr-Jubiläum. Wo der Tag andernorts in der Schweiz für Diskussionsstoff sorgt, ist im Rheintal nicht viel davon zu spüren.
Region Seit 2011 stürmen Kinder auf den Pausenplatz, um sich einen Becher Milch am Tag der Pausenmilch zu ergattern. «Neben dem gemeinsamen Pausenmoment bietet der Anlass Gelegenheit, Themen wie ausgewogene Ernährung, regionale Lebensmittel und die Herkunft der Milch aufzugreifen», erklärt Christa Brügger, Leiterin Kommunikation von Swissmilk. Zwar feiert der offizielle Tag der Pausenmilch von Swissmilk in diesem Jahr sein 25-Jahr-Jubiläum, die Idee der Pausenmilch reicht jedoch noch viel weiter in der Zeit zurück. 1931 wurde erstmals Milch an den ersten Schulen in Basel als Zwischenverpflegung in Flaschen verteilt. Auch in andern Schweizer Städten verbreitete sich die Idee, Milch als nahrhafte Zwischenverpflegung zu verteilen und den Milchkonsum zu fördern. Während des Zweiten Weltkrieges gewann die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zudem zusätzlich an Bedeutung. Die Pausenmilch etablierte sich immer weiter und sollte als gesunde Alternative zu süssen Getränken dienen. Gleichzeitig wurde die Vermarktung angesichts steigender Produktionsmengen immer wichtiger. Pausenmilch ist in der Schweiz seit langem eine feste Institution. 1984 wurde die Stiftung Pausenmilch gegründet, und im Jahr 2001 führte die SMP den Tag der Pausenmilch ein. Swissmilk verteilt nicht landesweit Milch an Schulen, sondern unterstützt die Schulen, die aktiv teilnehmen möchten.
Trotz der positiven Absichten steht der Tag der Pausenmilch teils im Gegenwind. Beispielsweise der Trend zu pflanzlicher Ernährung und der wachsende Einfluss von Tierschutzorganisationen stellen Herausforderungen dar. «Doch Milch und Milchprodukte gehören zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, wie es vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird», schreibt Swissmilk auf ihrer Homepage. Doch nicht nur der Gegenwind von Tierschutzorganisationen sorgte in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen. Im Kanton St. Gallen, genauer gesagt in Kirchberg, führte die Aktion zu Schlagzeilen, da ein Lehrer mit der Verteilung gesüsster Milch nicht einverstanden war. Das passe nicht zu der von der Schule kommunizierten Empfehlung an die Schülerinnen und Schüler, möglichst keine Süssgetränke zu sich zu nehmen. So wechselte man von den damals angebotenen Bananen- und Erdbeermilchshakes, die zusätzlich zur naturbelassenen Milch abgegeben wurden zu Erdbeer- und Ovomaltinepulver, das der Milch bei Belieben noch hinzugefügt werden kann.
Der Tag der Pausenmilch soll vor allem eins: Eine direkte Verbindung zwischen Schule, Familien und Landwirtschaft schaffen. Die gelingt Swissmilk vor allem mit der Zusammenarbeit der Landfrauen vor Ort. «Eine wichtige Konstante ist die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV», betont Christa Brügger. Eine dieser Konstanten bilden die Landfrauen Oberriet, die jeweils an den Schulen in Montlingen, Oberriet und Eichenwies die Milch zu den Kindern bringen. Sie haben bisher im Rheintal von diesen Schlagzeilen kaum etwas gespürt. «Ich glaube, bei uns in der ländlichen Gegend wissen die Kinder noch, wo die Milch wirklich herkommt», erklärt Carmen Kobler, Präsidentin der Landfrauen Oberriet. Die 43-Jährige begleitet den Tag der Pausenmilch bereits schon seit sieben Jahren. Zusammen mit sieben weiteren Frauen des Vereins schenkt sie Jahr für Jahr jeweils am Tag der Pausenmilch die Milch aus der Region aus. «Milchalternativen waren bei uns in den vergangenen Jahren und auch in diesem Jahr kein Thema. Wir könnten diese zwar beschaffen, jedoch gab es seitens der Schulen bisher nur den einzelnen Wunsch nach laktosefreier Milch», resümiert die Präsidentin. Zwar würde die Milch, die sie ausschenken von Swissmilk mit 50 Rappen pro Schüler rückvergütet (Pflanzliche Milch ausgeschlossen), jedoch sei dieser Betrag wenn man ihm dem Aufwand entgegenrechnet quasi ein Nullsummenspiel. «Uns geht es vielmehr darum, den Kindern regionale Milch an diesem Tag anzubieten und ihnen aufzuzeigen, woher die Milch stammt», sagt Carmen Kobler. Im vergangenen Jahr wurden an den vier Schulen insgesamt 162 Liter Milch an die Kinder ausgeschenkt. In Oberriet. Montlingen und Eichenwies sei der Tag der Pausenmilch immer sehr positiv aufgefasst worden. Die Kinder freuen sich laut der Präsidentin über die gelungene Znüni-Bereicherung und so gab es auch schon mal eine Umarmung von einem Kind, das so begeistert von Znünibesuch der Landfrauen war.
Donnerstag, 29. Oktober 2026
Im Jahr 2012 (erster Wert des Swissmilk Archivs) beteiligten sich 2’830 Schulen am Tag der Pausenmilch. Den höchsten Wert wurde 2016 mit 3’227 Schulen verzeichnet. Seit 2017 machen auch Kitas am Tag der Pausenmilch mit. 2025 nahmen schweizweit 2’130 Schul- und Kita-Standorte mit rund 245’000 Kindern und Jugendlichen teil.
Weitere Informationen unter: www.swissmilk.ch
Von Manuela Müller
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